Landeanfahrt mit Gasballon

Landung auf der Rollbahn oder warum wir Landegebühr bezahlen mussten

Am 7. August starteten wir zu einer Gasballonfahrt dessen Landeort von Anfang an nicht vorher absehbar war. Aber von Anfang an.

Wir trafen uns um 1:00 Uhr in Nienberge um zu unserem Startplatz in Gladbeck aufzubrechen. Nach Aufrüsten und Start ging es Richtung Osten, parallel zur A2, wie angesagt. Stabil in 1500 Fuss fahrend überquerten wir bei Sonnenaufgang das Kamener Kreuz. Aus der Luft beeindruckend groß. Es hat ja auch lange genug gedauert bis es fertig war.

Der Bodendunst wurde von der noch tiefstehenden Sonne wunderschön angestrahlt. Ein toller Start in den Tag und wir lautlos im Ballon, mit den einmaligen Eindrücken die man nicht vergisst. Einfach immer wieder schön.

Bei Eickelborn fuhren wir kurz auf höhe der Maisspitzen um den Bodenwind auszutesten. Es war langsam. An der Inversion ging es mit 30 km/h gut voran. Weiter oben wieder langsamer bei 1000 Meter Höhe.

Ein Blick auf das GPS verriet, dass wir in Richtung Flugplatz Paderborn-Lippstadt fuhren. Schnell geschaut und als Ziel im GPS definiert packte uns der Ehrgeiz. Wir fuhren gut mit dem Höhenwind zum Flugplatz. Zeit und Geschwindigkeit passte für eine mögliche Endlandung auf oder zumindest in der Nähe des Airports. Aber vorher mussten wir natürlich anfragen, ob es uns gestattet war. Die Freigabe kam. Allerdings leicht eingeschränkt, je nach Verkehrsaufkommen und wann wir dann genau da sind. Da wir nur hoch anfahren konnten da am Boden der Wind zurück auf eine eher nordöstliche Richtung gehen würde war klar, wir müssen schnell absteigen um den Flugplatz dann auch zu treffen. Kurz vor dem Gelände machten wir dann Ernst. Kräftiges Ziehen am Parachute und mit 4 m/s ging’s abwärts. Als dann direkt die WInddrehung einsetzte dachte ich: Das passt nicht mehr. Na gut, dann landen wir hinterm Flugplatz. Doch siehe da weiter unten ging’s wieder passend über die Start und Landebahn (die immerhin 2300 Meter lang ist!). Schnell den Fall mit zwei Sack Ballastabgabe auf 1,0m/s abgefangen und wir setzten auf parallel zur Start und Landebahn auf der Rollbahn auf. Den Korb rutschte über den glatten Asphalt und wir hielten direkt auf dem Gras am Rand der Rollbahn an. Geschafft!

Schnell eingepackt und dabei noch ein startendes und landendes Flugzeug in ca. 100 Meter Entfernung live zu sehen war schon beeindruckend. Wir packten schnell ein um nicht den Flugplatzbetrieb unnötig lange aufzuhalten. Mit zwei Autos Begleitfahrzeugen vom Flughafen dann zum GAT (General Aviation Terminal) und die Landegebühr von knapp 10€ bezahlen. Ich dachte da wir leichter als Luft sind im Gasballon und die Landegebühr sich nach dem max. Abfluggewicht des Luftfahrzeugs richtet, bekämen wir Geld raus (nicht ganz ernst nehmen bitte). Die Gebühr bezahlten wir gerne. So hatten wir eine einmalig schöne Fahrt hinter uns und dann noch die Landung auf einem Flugplatz. Das hat man nicht immer.

Danke an Michael der kurzfristig als Verfolger eingesprungen ist. Ebenso an Brigitte, Paul und Fred als Mitfahrer! Es war einmalig schön!

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